Alte Wetterweisheiten mit Geschichte

Bauernregeln

Farbenfroher Hahn auf dem Miststock.

Bauernregeln – alte Wetterweisheiten mit Geschichte

Bauernregeln sind kurze, meist gereimte Wetter- und Naturbeobachtungen, die über Generationen weitergegeben wurden. Ihr Ursprung liegt in einer Zeit ohne Wetter-Apps, Satellitenbilder oder Prognosemodelle. Für Landwirte war es überlebenswichtig, Wetterverläufe richtig einzuschätzen – Aussaat, Ernte und Viehhaltung hingen direkt davon ab.

Viele dieser Regeln entstanden aus jahrhundertelanger Beobachtung regionaler Wetterabläufe. Typisch sind sogenannte Lostage – bestimmte Kalendertage wie der Siebenschläfertag oder die Eisheiligen, denen eine besondere Bedeutung zugeschrieben wurde. Die Reimform half dabei, sich die Regeln leicht zu merken und weiterzugeben.

Stimmen Bauernregeln wirklich?

Manche Bauernregeln haben tatsächlich einen meteorologischen Kern. So zeigen moderne Auswertungen, dass bestimmte Grosswetterlagen – etwa rund um Ende Juni – eine gewisse Stabilität aufweisen können. Andere Regeln sind hingegen eher poetische Erfahrungswerte oder beruhen auf Zufall.

Wichtig ist: Bauernregeln funktionieren meist regional. Was im Alpenraum zutrifft, muss im Flachland nicht gelten. Sie sind also keine exakten Prognosen, sondern traditionelle Wetterbeobachtungen mit unterschiedlicher Trefferquote.

Gibt es Bauernregeln nur in der Schweiz?

Nein – Bauernregeln gibt es weltweit. In ganz Europa sind sie verbreitet, oft mit ähnlichem Inhalt, aber regional angepasst. Auch in Asien, Afrika oder Nordamerika existieren traditionelle Wetterweisheiten, die auf Naturbeobachtungen beruhen. Sie gehören überall zum kulturellen Erbe ländlicher Regionen.

Kräht der Güggel auf dem Mist, wechselt das Wetter, oder es bleibt wie es ist!

Diese Bauernregeln stammen aus dem volkstümlichen Brauchtum und wurden über Generationen weitergegeben:

  • Abendrot - Gutwetterbot - Morgenrot mit Regen droht.
  • Der Morgen grau, der Abend rot, ist ein guter Wetterbot.
  • Wind, der von Ostern bis Pfingsten regiert, im ganzen Jahr sich nicht verliert.
  • Der Nordwind ist ein rauher Vetter, aber er bringt beständig Wetter.
  • Regnet's am ersten Maientag, viel Früchte man erwarten mag.
  • Dreht zweimal sich der Wetterhahn, so zeigt er Sturm und Regen an.
  • Bläst im August der Wind auf Nord, dauert das gute Wetter fort.
  • Ziehen die Wolken dem Wind entgegen, gibt's am andern Tage regen.
  • Erst Mitte Mai ist der Winter vorbei.